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Zu diesem Interview erreichen uns auch kritische Anmerkungen zu einem zu alarmistischen Fokus auf den fossilen und damit nicht mehr zukunftsweisenden Energieträger.
1. Selbst bei großem Interesse an ruhiger Ausgewogenheit kann es sein, dass in einem Live-Interview an einem frühen Sonntag Morgen der eine oder andere balancierende Gedanke zu kurz kommt. In diesem Blog finden sich weitere Interviews der letzten Monate, die unsere Sicht ergänzen.
2. Die Lage ist tatsächlich ernst. Ernster als andere, gewohnte. Nicht zuletzt, weil es eben nicht nur um Öl geht, sondern auch um die chemische Verwandtschaft aus Erdgas, Kunstdünger, Schwefel, Edelgasen etc.
3. Selbst wenn man von der Falschheit der Abhängigkeit von allen diesen Stoffen überzeugt ist, kann man sich am kalten Entzug ganzer Welthälften insbesondere in Asien kaum erfreuen. Explodierende Preise für Propan und damit Kochstellen, für Nitratdünger und damit Nahrung, hat in Volkswirtschaften ohne finanzielle Puffer katastrophales Potenzial, von dem hiesige Hupkonzerte keinen Begriff vermitteln. Es kann also sein, dass jetzt das Falsche kurzfristig gestützt werden muss, damit nicht mittelfristig alles Richtige einstürzt.
4. Die Notwendigkeit und Richtigkeit bereits angelaufener Energie- und vor allem Chemiewenden wird durch derartige Szenarien wie jetzt in der Straße von Hormuz bestärkt statt geschwächt. Gerade wenn Öl von einem – bei allen berechtigten Zweifeln doch faktisch auch – liberalen, zu einem autoritären Stoff die Seiten wechselt, und weil sich die strategisch prekären Stoffpaletten auch in postfossilen Szenarien nicht automatisch entspannen, sind Anstrengungen, zu einer technisch aber auch gesellschaftlich anderen Chemie überzuwechseln mehr denn je zu unterstützen. Selbst wenn sie mittlerweile noch längeren Atem brauchen als ohnehin.










