Chemie umgibt uns überall – und doch denken viele nur an Schulunterricht und Reagenzgläser. In dieser Folge geht es darum, warum wir eine ‘Chemiewende’ brauchen, wie Chemie nachhaltiger werden kann und welche Rolle Katalyse dabei spielt. Beleuchtet werden die Herausforderungen der ‘Defossilisierung’ (‘De-Carbonisierung’ würden Chemiker*innen nie sagen, denn auch alle nachhaltige Chemie arbeitet mit Kohlenstoff), innovative Materialien und die Frage, ob wir mit Chemie die Welt retten können. Dabei geht es nicht nur um Forschung, sondern auch darum, wie wir diese in die Praxis bringen – mit viel Innovationsgeist und Mut zur Veränderung.
Ausgangspunkt ist unser ‘Atlas der Aetromoderne’. Wir erklären Form, Intention und Gewinn einer Herangehensweise, die es erlaubt, zwischen zeitlichen Skalen und räumlichen Maßstabsverhältnissen zu springen und Verbindungen herzustellen zwischen scheinbar heterogenen oder weit auseinanderliegenden Wissens- und Erfahrungsfeldern: vom molekularen zum planetarischen, vom kleinen technischen Detail zur globalen Infrastruktur, vom Knacken einer Schallplatte zum Donnner von Kanonen, von einer getuschten Wimper zu einem Meeresstrand aus Plastikgranulat, vom Körperinneren zum Erdäußeren.
Präsentationsfolie. Diese und alle anderen Collagen auf dieser Seite: Beauty of Oil 2025
Die exzeptionelle Dynamik der Epoche der Moderne − was wir wissen, wie wir leben, was wir erwarten − hängt auf vielfältige Weise an der Nutzung fossiler Naturgeschichte in Form von Kohle, Öl und Gas.
Die Moderne ist eine ‘Petromoderne‘ in nahezu all ihren Errungenschaften, Abgründen und Widersprüchen. Um die Position des Menschen in dieser Epoche zu deuten, um zu ermitteln, was wir hinter uns lassen sollten, aber auch, worum es zu kämpfen gilt, müssen alle Skalen zwischen molekularen, technischen, historischen, kulturellen und planetarischen Prozessen zusammengedacht werden.
Nur wenn wir ‘fossile Vernunft’ als solche verstanden haben, können wir unsere Gesellschaften postfossil weiterentwickeln. Denn der notwendige Abschied von fossilen Energieträgern betrifft weit mehr als nur Mobilität und Heizung.
Die conditio humana, so unsere These, in die die Menschen der industriellen Zivilisation eingetreten sind, und aus der heraus sie die gewaltige Aufgabe haben, Verantwortung für den gesamten Planeten zu übernehmen und ihr zukünftiges Handeln danach auszurichten, ist eine petromoderne conditio. angemessene Anthropologien dafür sind aber erst im entstehen (etwa im Begriff der ‘Geoanthropologie’).
Mehr noch als der nicht zuletzt geschichtsphilosophische Begriff des Anthropozän erlaubt es der Blick über den Begriff der Petromoderne, die materiellen Voraussetzungen der Technologien und Handlungsweisen, Denkmuster und Ansprüche, die unsere gegenwärtige Lage definieren, zu erkennen und zu benennen. er setzt keinen einheitlichen ‘Anthropos’ voraus, sondern folgt den sehr unterschiedlichen, petromodernen Techniken, Geografien, Politiken rund um den Globus und durch die Geschichte, um herauszufinden, welche Mensch-Erde-Interaktionen dort jeweils wirksam sind.
Blitzkrieg and Shoa, but also liberation, postwar rule of law, and democracy – were enabled by oil and chemical industries of hydrocarbons.
With the end of WW2, global petrochemical modernity entered a new, even more powerful phase. Wartime industries fuelled peacetime consumerism, European reconciliation – and ecological destruction.
Today, petromodern zombie warfare is back to Europe.
More, not less research on geochemopolitics of hydrocarbons with all its contradictions and ambivalences is necessary.
From United States Strategic Bombing Survey (USSBS) “Attack on Oil” 1945
For further information, for the zoom-link (if you can’t make it to Essen) visit the KWI-website
Press the ignition. Hear the combustion engine. Smell the Gasoline fumes. Feel the improbably smooth and bright coloured plastic surfaces of a vehicle’s interior. Ride. Dream. What do you see?
Petroleum has enabled and shaped modern experience. Beauty and horror lie closely together in the petrol age. With their research collective ‚Beauty of Oil‘, Alexander Klose and Benjamin Steininger trace the deeply ambivalent character of fossil energy and matter through layers of knowledge, politics, arts, ecologies, and everyday lives. Their ‚Atlas of Petromodernity‚ (Santa Barbara 2024, Berlin 2020) maps a panorama of technologies, geographies, histories, and experiences with what is both a chemical energy resource and a cultural drug connected to almost all our epoch’s forms of pleasure and guilt.
These events show how important it is for petromodernity research from the cultural sciences to get in touch and to keep contact to the practitioners of chemistry innovation.
It is important for both sides, since it is us to deliver topics and keywords that chemists interact with their work without noticing, and that otherwise might have not be mentioned at such conferences such as »Anthropocene«, »petromodernity«, »chemical geography«, »chemical cultural theory«, »Chemiewende«, »Geoanthropology«…
To adjust a famous quote: Chemists are the ones that are changing the world in different ways, but it will still take something like philosophers to interpret.
What by twitter news beeping phones during our workshop turned out as a dramatic day of political threats against Columbia University, started calmly with a familiar book cover in the opening remarks by Eva-Maria Troelenberg and Avinoam Shalem…