»Louisiana: A Planetary Reactor« River Journey Reflection 11/2019 by Benjamin Steininger

» Night is falling on Plaquemine Island, a couple of miles south of Baton Rouge in the middle of the Mississippi River. Our boats are cleaned, tents are set, we are getting a fire going, and I am happy to be here. At the same time, the night before I was still in some kind of shock. The plan to learn more about the Exxon Refinery at Baton Rouge, almost led to my arrest. «

In this Anthropocene River Journey reflection, Benjamin Steininger, considers how processes at both scales underpinned the false promises heralded by the petrochemical age and sustain the power the petrostate continues to wield in the region.

The Anthropocene River Campus seminar “Commodity Flows” at Tulane University at New Orleans immersed participants within a dense landscape of actual and historical commodity flows associated with the Mississippi Basin. In this second reflection, Benjamin Steininger recounts how performative intervention, the mysterious “Bureau of Commodity Flows,” and engagement with local activists served as methods for disentangling the logistical complexity that helps to obscure the operations of these flows.

»Aufbruch in eine ungewisse Zukunft / Petromelancholia and its discontents / Одуматься! Сейчас!« Beitrag von Benjamin Steininger für Petersburger Dialog 7/2019

Wie in einem System kommunizierender Röhren sind tatsächlich alle Gesellschaften auf ihre Weise betroffen, Rohstoffökonomien wie Kanada, die Golfstaaten oder Russland, aber auch In-dustrie- und Raffinerieökonomien in Europa und Asien, Produzenten und Konsumenten. Und man wird Wissen aus allen Strängen und Ecken dieses Systems benötigen, um das nächste, dann nachhaltige System zu entwickeln

Aufbruch in eine ungewisse Zukunft (Deutsch)

Petromelancholia and its discontents (English)

Одуматься! Сейчас! ( русский )

»Über das fossile Zeitalter und die Suche nach dem Weg hinaus« Interview mit Benjamin Steininger und Alexander Klose, in: Sebastian Susteck (Hg.), Erzählte Energie. Energie – Einwanderung – Erneuerung. Ausstellung 2019, Bochum 2019, S. 50-55.

»Die materielle Bedeutung fossiler Energieträger für die Epoche der Moderne wird weder in der Geschichtswissenschaft noch in der Kulturtheorie oder der Philosophie bestritten. Die uns bekannten Formen von Industrie, Wissenschaft, Kultur und Technik wären ohne den Zustrom von fossiler Energie und ohne die Materialien, die sich aus Kohle und Öl herstellen lassen, nicht möglich gewesen.
Mit unserem Schlagwort von der „fossilen Vernunft“ gehen wir aber noch einen Schritt weiter. Was nämlich mit den neuen, aus fossilen Rohstoffen produzierten Energien und Stoffen in die Welt gekommen ist, sind neue Formen von Wissen, neue Horizonte des Machbaren, neue Formen der Erwartung, die an den fossilen Energieträgern hängen.
In unseren Alltag ist Wissen über kleinste bis größte Naturzusammenhänge eingebaut, über chemische bis geohistorische, ja fast kosmische Prozesse. Bei jedem Stopp an der Tankstelle begegnen wir einer Jahrmillionen alten Vorgeschichte der Erde. Und wir halten es für selbstverständlich, dass uns die Energie dieser Vorgeschichte für unsere Zwecke zur Verfügung steht. «

»Petromoderne Petromonströs«

Beitrag von Benjamin Steininger in: Rispoli / Rosol (Hg.): Technology and Sublime, Azimuth, Philosophical Coordinates in Modern and Contemporary Age, VI (2018), nr. 12, S. 15-30.

»Man kann mit dem Auto in die Raffinerie Wien-Schwechat hineinfahren und mittendrinstehenbleiben, in der Dämmerung, an einem Frühlingsabend. Beeindruckend ist schon der den allermeisten Bewohnern oder Besuchern Wiens vertraute Blick von der Autobahn oder von derFlughafen S-Bahn aus. Über mehrere Quadratkilometer erstrecken sich zwischen Stadt und Flughafenriesige Tanks, turmhohe, chemische Reaktoren und ein Geflecht aus vertikalen und horizontalenRohrleitungen. […]
Dieser Beitrag nähert sich chemischer Technik als einem konkreten Begegnungspunkt abstrakterDichotomien. Als Kategorie der Ästhetik liegt das Erhabene nicht in den Dingen selbst, sondern in derWahrnehmung und Empfindung. Im Abschreiten einiger, im Anblick einer Raffinerie nicht direktwahrnehmbarer, historisch und systematisch aber dort präsenter Bedingungen soll das Potenzialdieser Technik für die Reflexion der Ästhetik der Gegenwart ausgelotet werden. «

»Im Bann der fossilen Vernunft« Beitrag von Alexander Klose und Benjamin Steininger in: 12/2018, Merkur sowie auf zeitonline.de

»Das widersprüchliche Erbe der fossilen Energieträger wird der Welt noch lange erhalten bleiben. Selbst wenn es gelingt, die destruktivsten Formen des Öl-, Kohle- und Gasgebrauchs aus der Welt zu schaffen, wird es Formen ihres Nachlebens geben, und zwar sowohl auf stofflicher Ebene als auch in Ökonomie, Politik und Gesellschaft und in den im fossilen Zeitalter eingeübten Denk- und Verhaltensmustern. An diesem Punkt muss jede Kritik ansetzen, die mehr als nur Oberflächenphänomene erfassen will. Von einem Standpunkt gleichzeitiger äußerster Fremde und größter Nähe aus geht es um die nüchterne Einsicht, dass uns das fossile Regime nicht äußerlich ist. Es geht vielmehr mitten durch uns hindurch.«

»Eine, drei oder viele Petromoderne(n)?«

Recherche-Reise nach Baku und Workshop mit Leiter*innen von Goethe-Instituten aus Nachfolgestaaten der Sowjetunion, 11/2018

Baku ist die Erdölhauptstadt der Alten Welt. Hier, wo Prometheus als erstes landete, nachdem Herakles ihn von den Ketten und dem folternden Adler befreit hatte, lagern diverse historische Schichten im Umgang mit dem Erdöl übereinander: von den antiken Feuerkulten über die erste industrielle Ausbeutung der Ölvorkommen unter hyperkapitalistischen Bedingungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, über die sowjetische Ära, die sich zunächst aus ideologischen Gründen gegen und dann aus pragmatischen Gründen für das Öl entschied, bis zur post-sowjetischen und neo-kapitalistischen Gegenwart.

Für unseren gemeinsamen Workshop in Baku baten wir alle Beteiligten, eine Geschichte, einen Gegenstand oder ein Bild (oder eine Kombination aus diesen drei) aus ihrem Ort bzw. ihrer Gegend zu finden, die Sie als typisch für die dortige petromoderne Gegenwart oder petromoderne Geschichte erachten.

»True Oil« Paradigmen und Glaubenssätze der Petromoderne, Internationales Symposium am Kunstmuseum Wolfsburg 10/2018

Öl befeuert nicht nur die Maschinen, sondern auch die Phantasien. Wissenschaftliche und technische sowie metaphysische und spirituelle Vorstellungen und Erwartungen verbinden sich mit diesem schillernden Material – einem schwarzen Spiegel unserer Zeitläufte. TRUE OIL blickt dezidiert in diesen ebenso faszinierenden wie erschreckenden Spiegel, um den mannigfachen Bedeutungen des Materials Erdöl näher zu kommen.

Vortragende: Ralf Beil / Alexander Klose / Benjamin Steininger / Heather Davis / Karen Pinkus / Ursula Baatz / Oxana Timofeeva / Bronislaw Szerszynski / Sofia Ahlberg / Dominic Boyer / Claus Pias / Andrew Barry /

Excursion to tarsands at Fort McMurray and Workshop at University of Calgary (cooperation MPIWG-Berlin with the group »Energy in Society«), 6/2018

The Canadian province of Alberta is one of the largest oil producers in the world. Hydrocarbons are extracted from tar sands in enormously costly processes – either in open-cast mining or underground by injecting steam into the subsurface (in situ). This is not oil, but keroge, a kind of intermediate product that first has to be processed into artificial crude oil (Syncrude) for pipeline transport. The consequences for the region are devastating.

An excursion of MPIWG-Berlin in cooperation with the University of Calgary to Fort McMurray in June 2018 provided oppressive insights into the ecological, but almost more so into the social and almost colonial setting of this region. Canada’s oil and other natural resources depend to a considerable extent on the deprivation of rights and exploitation of the indigenous population. It is ‘first nations’ territories in which the most important mineral resources of the supposedly progressive country are mined. It is ‘first nations’ territories that will suffer for decades from the extraction.

Excursion was made subject in the essay ‘Im Bann der fossilen Vernunft’, see here